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Ostseeman 3.8.2008

ITT Ferropolis 6.6.2009

Scheunenhof-Triathlon 30.8.2009

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Während meiner letzten Südamerika-Reise Anfang 2007 habe ich durch Zufall als Zaungast den Pucon International Halb-Ironman am Fuße des schönen Villarica-Vulkans miterleben dürfen. Hier habe ich die Entscheidung getroffen, nach meiner Rückkehr nun endlich den lang gehegten Traum in die Tat umzusetzen und mit dem Triathlon als Wettkampfsport zu beginnen. Mit dem Eintritt in den Triathlonverein Sangerhausen habe ich die ersten Kontakte knüpfen können und bin in den regelmäßigen Trainingsbetrieb eingestiegen.

Für 2007 hatte ich noch keine Wettkämpfe geplant. Ich wollte jedoch meine aktuelle Leistungsfähigkeit auf der Marathonstrecke testen. Da mein letzter Marathon aus dem Jahr 1999 schon etwas zurück lag, entschloss ich mich kurzerhand während eines Trainingslaufes den „Ersten inoffiziellen Sangerhäuser Marathon“ am 28.10.2007 zu laufen. Gesagt, getan: Mit 3 h 28 min als Solo-Lauf gegen die Uhr, bei 6 Grad Celsius, Nebel und gegen den inneren Schweinehund eine passable Leistung. Aus diesem Anlass heraus habe ich die Entscheidung getroffen, im kommenden Jahr 2008 den Ostseeman, als Triathlon Langdistanz, in Deutschlands nördlichster Stadt Glücksburg zu bestreiten.

Ab November habe ich dann konsequent mit Trainingsplan und Tagebuch trainiert. Geplant war der ein oder andere Kurzdistanz-Triathlon als Vorbereitung auf den Ostseeman. Leider kam alles etwas anders. Ausgerechnet 6 Wochen vor dem 3. August 2008 hatte ich einen schweren Radunfall, wobei ich mir das rechtes Schultereckgelenk (Tossi II-III) gesprengt habe. Damit sah es zumindest mit der Schwimmvorbereitung schlecht aus. Bereits eine Woche nach dem Unfall habe ich meine letzte lange Fahrt vor dem Wettkampf zu meinem Freund Hajo nach Burg bei Magdeburg unternommen. Am Ende dieses Tages standen 300 km auf der Uhr. An die Schmerzen in der Schulter hatte ich mich schon etwas gewöhnt. Tags darauf hatte ich dann meine Moderatoren-Premiere beim Kyffhäuser-Triathlon in Kelbra.

Ohne weiteres Schwimmtraining sind Thomas Kubisiak und ich am Vortag des Ostseemans von Sangerhausen in staureichen 8 Stunden nach Glücksburg gefahren. Ich hatte Kopfschmerzen wie ein großer, allerdings war die Vorfreude auf den Wettkampf noch um einiges größer. Nach dem Abholen der Startunterlagen und dem gemeinsamen Pastaessen erfolgte die Wettkampfbesprechung. Dann sind wir einmal die 30 km lange Radstrecke mit dem Auto abgefahren, ehe wir auf dem startnahen Campingplatz mit unseren zwei Zelten eingecheckt haben. Naja, gemütlich ist anders. Aber die Langdistanzler sind ja hart im nehmen. Nach einer kopfschmerz- und regenreichen kurzen Nacht, ging es 5:00 Uhr am Morgen raus aus dem Schlafsack. Meine Motivation war kurzzeitig nahe Null. Was sich nach Eintreffen am Startplatz, um alles vorzubreiten, schnell änderte. Als der Sprecher die Leute willkommen hieß und die Musik durch die Bäume drang, baute sich so langsam die Spannung in mir auf. Wird die Schulter halten? Noch nie war ich länger als 1000 m am Stück geschwommen. Ist halt Kopfsache. Ich habe mich eine Viertelstunde vor dem Start am Strand eingefunden. Bin ein paar Minuten vor 7:00 Uhr ins Wasser gegangen. Die erste Startreihe sollte mein sein und so ging es dann auch pünktlich mit einem lauten Knall los…

Die ersten 100 m bin ich alles was ging gekrauelt, ehe mich die Kräfte verlassen haben und ich unter Schmerzen im Bruststil meine Reise fortsetzte. Wer diesen Sport betreibt und kennt, kann sich sicher vorstellen, das der eine oder andere dann doch etwas unsanfte Erfahrung mit meinen kräftigen Beintritten gemacht haben dürfte. Um es kurz zu machen. Ich habe in der doch vom Wetter gut aufgewühlten Ostsee stets direkten Kurs auf die nächste Boje nehmen können und bin nach 1:23 Stunden und 3,8 km wieder dem Wasser entstiegen. Noch im Wasser habe ich jemanden gebeten meinen Neo hinten zu öffnen, was es mir etwas einfacher machte, ihn los zu werden. In der Transition-Zone habe ich dann meinen Beutel geschnappt, habe im Regen den Weg zum Wechselzelt gesucht und gefunden und bin mit den Radschuhen an den Füßen über den regennassen Untergrund zu meinem Bike gelaufen. Nun ging es endlich richtig los…

Ziel war es, das Rad über die 1200 Höhenmeter jeder Radrunde zu drücken und einigen Boden wieder gut zu machen. Nach der ersten noch feuchten Runde (50 min für 30 km hieß ein Schnitt von 35 km/h) ging es dann trocken weiter. Ich habe Runde für Runde ca. 50-60 Leute überholt. Ich habe mich richtig in einen Rausch gefahren. Bei mir gab es nur den Blinker links, um nach 6 Runden und 180 km ca. als 50. der Gesamtrangliste wieder im Regen vom Rad zu steigen.

Nun hieß es locker bleiben. Die Euphorie durch die unzähligen begeisterten Zuschauer puschte wohl jeden, so auch mich in den Laufrausch. In Glücksburg sind 5 Runden zu absolvieren. Auch dieser Kurs ist durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Ganz abgesehen von den vielen Gegenverkehrsnadelöhren und Wendemarken gab es einen heftigen Anstieg hoch zum Rathaus in jeder Runde zu bewältigen. Nachdem ich ab der dritten Runde einen Einbruch hatte ging die letzte Runde wieder ganz gut.

Nach 3:45 auf der Laufstrecke bin ich kurze Zeit nach der erstplatzierten Frau nach 10 Stunden und 14 Minuten durch das Ziel an der Uferpromendade von Glücksburg gesprintet. Mein ganzer Körper hat gebebt. Überglücklich es geschafft zu haben und das auch noch in der angepeilten Zeit, wenn man die Viertelstunde Zeitverlust durch das Brustschwimmen mal mit kalkuliert.

Ich fand die gesamte Veranstaltung mehr als gelungen. Auch an dieser Stelle sende ich ein großes Lob an die Veranstalter, die eine Riesenleistung vollbracht haben, um uns Athleten und allen Beteiligten einen super Wettkampf zu ermöglichen. Ich werde Glücksburg als meinen ersten Triathlon stets in sehr guter Erinnerung behalten.

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