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MUSTAGH ATA EXPEDITION 2010

EVEREST-SÜDOSTGRAD-EXPEDITION 2009

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Vorwort

Vorab möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bei all denjenigen bedanken, die mich vor und während der Expedition unterstützt haben. Besonderer Dank geht an meine Familie, meine Freunde und an meine Sponsoren.

Vorbereitung und Planung

Im Januar 2008 habe ich die Entscheidung getroffen, einen Berg zu besteigen, der mit 8.850 m der höchste dieser Erde ist. Ich habe bewusst den Mount Everest gewählt, auch mit dem Wissen, dass neun Wochen Expedition alles bisher Erfahrene in den Schatten stellen wird. Darüber hinaus war für mich, wie bisher bei allen extremen sportlichen Aktivitäten, der Fairplay-Gedanke von oberster Priorität. Damit war klar, wenn ich einen Berg besteigen werde, dann ohne die Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff. Mein Vorbild Reinhold Messner hat mal gesagt: „Ich will den Berg erleben, wie er ist… Ich will erfahren, wie ich körperlich und psychisch reagiere. Mit künstlichem Sauerstoff hätte ich nicht mehr das Gefühl, den Berg zu besteigen. Ich würde ihn damit unterwerfen.„
Weiterhin habe ich mich für meine eigene Expedition als Solo-Expedition entschieden, nachdem das geplante Fernsehprojekt in Zusammenarbeit mit dem MDR nicht zustande gekommen ist. Damit war klar, dass ich mir eine kleine Rumpforganisation in Kathmandu durch meine Agentur Multi Adventure Pvt. Ltd. leisten würde, inklusive einem Führer und einem Träger auf dem Weg ins Everest Base Camp (B.C.). Ab dem B.C. würde ich dann ausschließlich auf mich selbst und meine eigene Organisation angewiesen sein. Ich habe geplant, komplett auf die Unterstützung durch z.B. Küchensherpas im B.C. oder in den Höhenlagern sowie auf den Einsatz von Höhen-Sherpas am Berg zu verzichten. Weiterhin habe ich den Großteil der Ausrüstung und Verpflegung mit Schenker Logistics Erfurt (81,2 kg) in zwei 120 Liter Fässer (Dank an RES, die mir diese zur Verfügung gestellt haben) eine Woche vor Expeditionsbeginn nach Kathmandu verschicken lassen. Die restlichen 25 kg habe ich in meinem Freigepäck mitgenommen. Die gesamten Kosten der Expedition kann ich rückblickend auf 15.280 € (Kurs 1,35 US-$) beziffern. Davon sind allein 10.880 € an Multi Adventure für die beiden Besteigungs-Permits sowie den gesamten Support in Nepal überwiesen worden.

Start der Expedition

Nachdem Robert Schimmel (MDR-Fernsehredakteur) am 24.03.2009 frühmorgens mit seinem Team die letzten Eindrücke und O-Töne im Kasten hatte, hat mich der Rainer zum Bahnhof in Sangerhausen gebracht und los ging es nach Frankfurt/Main. Noch in der Bahn sitzend rief mich Norman an, dass er gerade den Bericht auf Sachsen-Anhalt Heute gesehen hat, ehe mich Olli Bose zur Übernachtung in Frankfurt/Sindlingen abgeholt hat. Am nächsten Morgen ging es mit meiner Cousine Yvonne Weitz zum Airport. Mit Gulf Air bin ich über das Kingdom of Bahrain (10 Std. Aufenthalt) am 26.03.2009, 12:45 Uhr in Kathmandu gelandet. Die Jungs von Multi haben mich mit einem Blumenkranz freundlich empfangen und erst mal nach Thamel (Hotel Harati) gefahren. Dort habe ich dann die wichtigsten Informationen von Mingmar, einem der drei Partner der Agentur erhalten.

Mit seinen 42 Jahren und fünf Beinahe-Gipfelerfolgen (bis Hillary-Step) am Everest waren Mingmars Erfahrungen eine unbezahlbare Informationsquelle. Um es kurz zu machen, wir haben in Kathmandu noch ein paar Besorgungen gemacht (Abholung Schenker-Cargo, kleinere Einkäufe), ehe ich auf eigenen Wunsch bereits Samstag, den 28.03.2009, 07:00 Uhr mit Agni-Air die 30 Minuten nach Lukla (2.840 m) geflogen bin.

Flug in die Berge

Ich habe die erste Maschine des Tages bekommen. Allerdings flog erst mal nur eines meiner blauen Fässer mit in die Berge. Auf das zweite musste ich noch zwei Tage in der Sherpa-Lodge in Lukla warten. So hatten Rinji (Guide) und ich genug Zeit zum Ausrüstungs-Check, zur Organisation des Gepäck-Transportes mit dem Porter und um Lukla und Umgebung etwas kennen zu lernen.

Auf dem Weg nach Namche Bazar

Am Montag, dem 30.03.2009 brachte die erste Maschine des Tages dann das noch fehlende Fass. Endlich konnte es losgehen. Gegen 09:00 Uhr sind wir von Lukla aufgebrochen, um nach 1:50 Std. das idyllisch am Dudh Koshi Fluss auf 2.610 m gelegene Phakding zu erreichen. Nach weiteren 2 Std haben wir in Larja Dobhan Mittag gemacht, ehe wir nun gestärkt, zu dritt (Stephen aus Canada, Rinji und ich) den steiler werdenden Anstieg nach Namche Bazar (Namche) 3.440 m in Angriff genommen haben. Nach insgesamt 5:30 Std haben wir bei sonnigem Wetter das größte Sherpa-Dorf des Solo-Khumbu erreicht und im Khumbu-Resort eingecheckt. Hier habe ich den ersten Kontakt zu einer deutschen Diamir-Trekkinggruppe (Stephie Elvers,…) sowie zu meinen finnischen Freunden (www.everst.fi) bekommen. In Namche habe ich nun zwei Ruhetage verlebt. Hier habe ich auch das erste Yak-Steak mit Kartoffeln verdrückt. Das klassische Chicken & Rice, worauf ich mich schon tierisch vor den Bergen gefreut habe, gibt es hier in der Höhe nicht mehr bzw. eher selten. Bis 4.500 m werden noch Kartoffeln angebaut und den Hühnern wird es oberhalb von Namche auch zu kalt.

Am Dienstag morgen haben die Finnen, wie jeden Tag, ihre sportmedizinischen Daten erhoben. Der Doc der Finnen (Expeditionsmitglied und Wissenschaftler an der Uni von Helsinki) gab sämtliche Daten seines Teams in den Laptop ein (Ernährung, Puls, Sauerstoffsättigung, Gewicht, Beschwerden,…). Den Check für die Sauerstoffsättigung habe ich mitgemacht. Dazu war erst ein kleiner Stufenlauf bis max. Puls 150 (130 bei mir) nötig. Nach dem Lauf hatte ich 95 % O2-Sättigung und nach der Beruhigung 90 %. Alles i.O. Nach einem E-Mail-Check bin ich mit Rinji in einen Shop gegangen, um Buthan-Gas zu kaufen. Am Nachmittag bin ich zügig in 20 Minuten von Namche zum Airstrip von Syangboche (Windfahne) und dann weiter auf den Bergrücken 3.850 m oberhalb von Khumjung aufgestiegen. Leider waren jetzt schon die Wolken hierauf unterwegs, so dass ich beschloss, Morgen noch mal die Runde zu gehen.

Am Mittwoch, den 01.04.2009 bin ich kurz nach 08:00 Uhr in Namche aufgebrochen und über den Airstrip von Syangboche zum Everest View Hotel auf 3.860 m aufgebrochen. Das Wetter war grandios mit freiem Blick nach NNO zum Everest und nach NO zur Ama Dablam. Mit Familie Baboi aus den USA habe ich ein paar Videosequenzen gedreht, ehe ich weiter nach Khumjung gegangen bin. In der dortigen Hillary High School (1961 gegründet) hat mich der Kunstlehrer durch den Schulkomplex geführt und stand mir auch für ein kleines Video-Interview Rede und Antwort. Zwanzig Lehrer aus allen Landesteilen sind hier für die Ausbildung von 350 Schülern verantwortlich. Auf dem Rückweg habe ich einen Schuljungen nach seinen Examensprüfungen nach Namche zurück begleitet. Sein täglicher Schulweg sind 45 Minuten Fußmarsch zur Schule und 35 Minuten zurück.

Namche Bazar - Deboche

Am Donnerstag, den 02.04.2009 bin ich 07:30 Uhr in Namche aufgebrochen mit dem Ziel die Ama Dablam Garden Lodge (ADGL) in Deboche zu erreichen. Nach 2 Std. habe ich einen Teil der Finnen vor der Brücke in Phunki Tenga 3.250 m beim Spaghetti-Brunch getroffen.

Neben uns saß der berühmte Ed Viesturs (IMAX 1996; 10 erfolgreiche Everest-Besteigungen). Ich bin dann alleine weiter und habe nach 1:15 Std. das Kloster in Tengboche auf 3.860 m erreicht. Von hier sind es nur noch 15 Minuten zur ADGL auf 3.725 m. Mit dem Zimmer B3 habe ich den fantastischen Blick aus zwei Fenstern. Nach einem kurzen Videodreh beim nahe gelegenen Nonnenkloster, trafen dann nach und nach die Leute der IMG-Expedition mit ihrer First Ascent-Kollektion (Viesturs, Hahn…) ein. Auch Rinji ist schon wieder aus Gorak Shep zurück, wo er und der Porter die zwei Fässer bis zu unserer Ankunft zwischengelagert haben. Am Abend war die Lodge sehr gut gefüllt. Mathias Baumann (Hautarzt aus Süddeutschland) hat mir die ersten aktuellen Informationen vom Island Peak gegeben.

Auf nach Dingboche

Am Freitag, den 03.04.2009 sind Rinji und ich gegen 08:15 nach einem kurzen Videodreh mit Mathias in Richtung Pangboche aufgebrochen. Die Vegetation ändert sich nun drastisch. Die Nadel -und Rhododendronwälder um die ADGL bleiben hinter uns, bis hinter Pangboche am Abzweig Pheriche/Dingboche nur noch Sträucher und Büsche den Weg säumen. Von der Brücke ging es noch eine Stunde nach Dingboche rauf. In der Valley View Lodge habe ich dann zu meiner Freude die Diamir-Gruppe um Stephie wieder getroffen. Nach einem nachmittäglichen Spaziergang mit Stephie ist uns Freddy aus Magdeburg begegnet. Freddy´s Mom hatte ihm vor seiner Abreise die Zeitung mit einem Artikel über die Expedition mit den Worten in die Hand gedrückt: „Vielleicht triffst du Ihn ja dort.„ Freddy hat den ganzen Abend mit uns in der Valley View Lodge verbracht. Wir hatten viel Spaß.

Samstag, den 04.04.2009: Ruhetag in Dingboche. Die Diamir-Gruppe ist nach Lobuche unterwegs. Mareen (starke Erkältung) kommt nach zwei Stunden Aufstieg vom Thokla-Pass zurück. Ich vertreibe mir die Zeit mit einer relativ aktuellen Spiegel- und Sternausgabe. Freddy kommt am Nachmittag vom Chhukhung Ri zurück und checked in der Valley View Lodge ein.

Richtung Island Peak

Am Sonntag, den 05.04.2009 sind Rinji und ich in Richtung Island Peak B.C. aufgebrochen. Nach knapp zwei Std. haben wir die letzte Siedlung Chhukung 4.730 m erreicht. In der Ama Dablam View Lodge gab es Mittag, ehe wir gegen 14:00 Uhr weiter zum Island Peak B.C. aufgebrochen sind. Nach 45 Minuten sagt mir Rinji, dass ihm nicht gut sei. Er habe in der letzten Nacht gebrochen und Durchfall.

Darauf meinte ich, dass er mir so etwas sagen müsse, da wir ein Team sind und nur gemeinsam weitergehen können. Wir haben dann kehrt gemacht und sind in Chhukung zur Übernachtung eingekehrt. Habe dort am Abend mit zwei Franzosen am Bollerofen gesessen. Einer der beiden ist heute Morgen auf deGipfel des Island Peak (Aufstieg 7,5 Std. vom B.C.) gewesen. Die große Spalte auf ca. 6.000 m, an der Mathias und sein Führer umgekehrt waren, kann man auf der linken Seite, ca. 50 m von den rocks entfernt, umgehen.

Am Montag, den 06.04.2009 haben wir keine Eile. Gegen 11:00 Uhr gibt es heute Mittagessen. 12:00 Uhr starten wir in Chhukung um nach 2,5 Stunden das Island Peak B.C. auf 5.100 m zu erreichen. Hier angekommen, haben wir das Zelt aufgebaut und ein bisschen gechillt. Schon am Vortag habe ich gespürt, dass ich mir in einer der Lodges etwas eingefangen habe. Denn gesamten Aufstieg ins B.C. waren wir zwar zügig unterwegs, allerdings habe ich immer wieder Reizhusten gehabt. Gegen 17:00 Uhr fing es an zu schneien und tauchte die gesamte Landschaft in ein reizvolles Bild.

Island Peak Teil I

Dienstag, den 07.04.2009 bin ich 02:00 Uhr aufgestanden, nachdem ich kaum geschlafen habe. Ich habe Rinji mitgeteilt, dass es mir nicht gut geht, ich es allerdings versuchen will. Die Verhältnisse waren nicht einfach einzuschätzen. Bei ca. 5 cm Neuschnee ist der steile Aufstieg zum Crampon Point (ca. 3 Std.) nicht zu unterschätzen. Nach 45 Minuten Aufstieg mit den Lowa-boots und ohne Steigeisen habe ich den Aufstieg abgebrochen. Gegen 04:10 Uhr sind Rinji und ich wieder im B.C. angekommen. Am Morgen haben wir unsere Sachen gepackt und sind über Chhukung (1:50 Minuten) weiter nach Dingboche (1:00 Std) abgestiegen. Unterwegs sind mir Heidi, Mareen und Werner aus der Diamir-Gruppe entgegengekommen. In der Valley View Lodge habe ich Stephie wieder getroffen. Später ist dann auch noch Freddy gekommen, der gerade vom Everest B.C. zurückkam.

Am Mittwoch, den 08.04.2009 habe ich zur Erholung einen Ruhetag in 4.400 m eingeschoben. Die Nase läuft, Nießen, Reizhusten, kaum Puste. Super Gefühl. Ausruhen, viel Trinken und Essen, dass ist alles, was hilft.

Am Donnerstag, den 09.04.2009 habe ich nach dem Frühstück (Ginger Tea Medium Pot) die erste Filmtablette Tavanic (Breitband-Antibiotikum 5 Tage) eingenommen. Der Nasenschleim ist gelb/rot, aber dafür läuft die Nase nicht mehr. Bei tiefem Einatmen habe ich Hustenreiz. Die Sonne kämpft sich langsam durch. Draußen ist noch alles weiß. Ich habe den Entschluss gefasst, heute nicht nach Gorak Shep aufzusteigen. Am Nachmittag ist der Winter wieder zurückgekehrt mit Schneefall und heftigem Wind. Die Lodge ist gerade wenig frequentiert. Das ist ganz gut, um sich in Ruhe am Bollerofen auszukurieren.

Aufbruch nach Gorak Shep

Am Freitag, den 10.04. sind Rinji und ich dann 08:15 Uhr von Dingboche aufgebrochen. Ringsherum ist alles schön weiß und die Sonne scheint aus einem strahlend blauen Himmel.
Bis zum Thokla-Pass sind wir noch relativ langsam gegangen. Als wir die 200 Höhenmeter des Passes allerdings schneller als die Yaks aufgestiegen waren, ging es flott weiter nach Lobuche 3:15 Std. (Mittagessen) und in knapp 2 Std. nach Gorak Shep.

Nach einem kurzen Power Napping in der Lodge bin ich 15:40 zum Khala Pattar gestartet. Um diese Zeit ist kaum jemand unterwegs. Lediglich kurz vor dem Gipfelaufbau sind mir drei Sherpas entgegengekommen. Nach 1:45 Std. saß ich auf dem Gipfel in 5.545 m. Der Everest war bis auf eine Wolkenhaube im Gipfelbereich gut zu sehen. Gegen 17:30 Uhr bin ich nach einigen Videos abgefahren und nach 40 Minuten zum Abendessen zurück in der Lodge gewesen. Jetzt war ich allerdings platt und habe noch bis 21:00 Uhr am Bollerofen mit den Franzosen gesessen.

Ankunft im Everest B.C.

Am Samstag, den 11.04.2009 sind Rinji, ein Träger und ich nach einem kräftigen Frühstück mit schwerem Gepäck Richtung B.C. aufgebrochen. Ich habe mir heute Zeit gelassen und bin nach 2:45 Std. im B.C. angekommen. Ca. 500 m vor dem B.C. hat Russel Brice mit seiner Himalayan Expedition Quartier bezogen („Sorry, Entry only by Invitation from expedition members„). Freddy hatte mir bereits gesagt, dass meine finnischen Freunde direkt hinter der Everest Bakery, der höchstgelegenen Bäckerei der Welt, ihr Lager haben. Nach kurzer Begrüßung haben Rinji und ich das „Haus am See„ aufgebaut. Wir mussten erst mal den an das Lager der Finnen angrenzenden See zu einem Drittel zuschütten und für den Aufbau des TNF Mountain 25 vorbereiten. Wir sind dann kurz durch das B.C. zu Asian Trekking auf der Suche nach Dawa Stephen Sherpa unterwegs gewesen. Multi hat mich auf ein Permit von Asian Trekking setzen lassen und ich wollte mich einfach persönlich vorstellen. Allerdings wurde der Chef erst in ein paar Tagen im B.C. erwartet. Dann gab es das erst selbst gekochte Essen für Rinji, den Träger und mich. Bevor die beiden das Lager wieder in Richtung Gorak Shep verlassen haben hat der Träger noch ein paar Liter Wasser geholt und dann eines der „blue barrels„ geschultert, um es mit nach unten zu nehmen. Jetzt war ich endlich angekommen und konnte meinen eigenen Rhythmus finden. Ich habe mein „Storage-Tent„ aufgebaut, wo ich die gesamte Kletterausrüstung sowie die Verpflegung und Klamotten deponiert habe. Im zweiten blauen Fass blieben lediglich die Wasserflaschen (Sigg, Thermos, Camelbak), mein Solar-Paneel (Dank an Energie-Projekt-Scholz). Nun musste ich nur noch mein Leki-Sticks zusammenbinden und meine Flaggen daran befestigen. Für die Nacht war alles klar. Die Bivylight-Beleuchtung war installiert und die „Ente„ für das kleine Geschäft lag bereit. Nach ein paar Kapiteln aus Göran Kropps „Allein auf den Everest„ ging dann 20:00 Uhr das Licht aus.

Puja an Ostern

Am Sonntag, den 12.04.2009 bin ich 07:00 Uhr aufgestanden und habe mit Müsli und Tee gefrühstückt. Nachdem bereits am Vortag der Bau kleiner Stupas rings um mich im Gange war, ging es heute als erstes bei den Kroatischen Mädels um 09:00 Uhr los. Sie waren auch mit Abstand die lustigsten, lautesten und wir haben dann am längsten gefeiert. Die Inder haben die Zeremonie von zwei Lamas ausführen lassen. Später haben die Finnen mit eben diesen Lamas ihre Berg- und Götterbeschwörung zelebriert. Das nächste Highlight war der Besuch der Bergsteiger-Legende Chris Bonnington in unserem Lager. Mikko hat ihn zuerst gesehen uns spontan, wie er nun mal ist, gleich eingeladen. Chris war für seine siebzig Lenze echt locker und gut drauf und meinte zu mir, er sei zu einem viertel Deutscher. Irgendwann beschlossen die Mädels zum Entertainer Mikko ins Lager rüber zu kommen.

Der Captain Morgen zeigt klare Wirkung. Mal sehen, ob die ersten der Jungs wie geplant, den ab morgen fertig gestellten Khumbu-Eisfall (Eisfall) diese Nacht in Angriff nehmen werden.

Eröffnung des Eisfalls

Am Montag, den 13.04.2009 bin ich 07:45 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen aufgestanden. Ich konnte die ganze Nacht durch meine wieder freie Nase atmen. Ich habe nach dem Frühstück die letzten Tavanic genommen und fühlte mich richtig befreit. An diesem Morgen war es auffallend ruhig nebenan bei meinen finnischen Freunden. Zum einen waren fünf der Jungs, auch Mikko um 03:00 Uhr tatsächlich aufgebrochen und die anderen gönnten sich einfach etwas länger im Schlafsack zu bleiben. Ich habe heute mal ausgiebig das B.C. erkundet. Die Zelte von „7Summits.com„ stehen ganz am Ende des Lagers. Bin dann noch einige Zeit im Eisfall unterwegs gewesen. Dann gab es die ersten Informationen per Funk über die erste Gruppe. Antti hat als erster nach 5 Stunden Camp 1 erreicht. Ich habe mich dann an den Probeaufbau meines Zeltes für Camp 1 und die Packliste gemacht. 13:45 Uhr war Antti zurück im B.C. Er kam nur noch mit Funktionsunterwäsche bekleidet zurück und sah gut fertig aus. Die Sonne und kein Wind im Eisfall waren schon heftig. 1,5 Liter Flüssigkeit in den Flaschen waren auch zu wenig. Tomi berichtete vom Abbruch eines riesigen Eisturmes in ca. 5 Meter Entfernung von ihm. Er hat es mit Fassung getragen und dabei ein leichtes Grinsen im Gesicht gehabt. 17:30 Uhr sind mit Mikko und dem Doc dann alle wieder vollzählig im B.C. zurück gewesen. Am Dienstag, den 14.04.2009 ist nun mit der Ankunft von Timo, die finnische Expedition vollzählig im B.C versammelt. Nun muss sich Esa platztechnisch in seinem Zelt etwas einschränken. Timo hat jedoch beschlossen, die erste Nacht im Essenszelt zu schlafen, da Esa schon seit ein paar Tagen eine Erkältung auskuriert. Nun geht es für mich ans Packen und vorbereiten für den Aufstieg morgen früh.

Catch & Carry Camp 1

Am Mittwoch, den 15.04.2009 bin ich 02:00 Uhr aufgewacht. Pünktlich 03:00 Uhr sind wir dann in einer relativ großen Gruppe, auch Antti und Mikko sind mit dabei, aufgebrochen. Die Steigeisen haben alle schon im Lager angelegt. Die ersten 45 Minuten gehen durch die Gletschersee-Landschaften bevor es richtig hoch geht. Ich habe 2 Liter Tee in der Thermosflasche und 750 ml im Camelbak dabei. 05:00 Uhr wurde es hell. Die Temperaturen blieben weiterhin frostig. Antti, Tomi (Teamchef) und ich sind dann 08:00 Uhr als erste Gruppe im Camp 1 angekommen. Wir haben die ca. 30 Leitern und unzählige Fixseile ohne Zwischenfälle gemeistert. Die Sonne hat jetzt auch den Eisfall und das Western Cwm (Cwm) erreicht. Ich habe mit der Schaufel gleich begonnen, den Platz für mein Zelt vorzubreiten. Mit zwei Eisschrauben, meiner Eisaxt und ein paar Parachutes als Anker habe ich das Zelt gesichert. Nach dem Zeltaufbau, Materialeinlagerung und dem Genuss einiger toller Impressionen habe ich gg. 09:00 Uhr mit dem Abstieg begonnen. Für den Abstieg habe ich mich entschlossen, ohne die Steigeisen zu gehen. Der Firn und das Eis im Eisfall waren griffig genug. Die Fixseile am langen Arm bin ich dann zügig, ohne zeitraubendes Zwischensichern „runtergerannt„. 12:00 Uhr war ich wieder im B.C. Meine 7 €-Lidl-Handschuhe sahen durch die Seilführungen auch sehr mitgenommen aus. Meine Verpflegung hat genau gereicht. Bei den Mädels gab es gleich etwas zu trinken und zu essen.

Lana hat dann noch ein paar Bountys gesponsert. Bis kurz vor 13:00 Uhr haben wir gequatscht. Zum Mittag habe ich Tütensuppe, Kartoffelpüree und Dosenfleisch zubereitet. Der Rest des Tages galt der Nachbereitung und dem Chillen.

Am Donnerstag, den 16.04.2009 sind die ersten vier Mädels um Gaija (war erfolgreich am Cho Oyu) zum Camp 1 unterwegs. Pasang von der Bakery hat mir freundlicherweise mit ein paar Matches (Streichhölzer) ausgeholfen. Am Nachmittag sind Lana (Dr. med. aus Zagreb) und ich auf der Suche nach dem Mountain Madness Lager durch das B.C. Hier fand 16:00 Uhr das erste Treffen der Expeditionsleiter zur Besprechung der weiteren Arbeiten oberhalb Camp 2 statt. Weiterhin hat man die Umverlegung der Eisfall-Route im unteren Bereich besprochen, da hier bereits zallreiche Cerac-Abbrüche in die Route geschossen waren. Bei Asian Trekking habe ich kurz mit Walter aus dem Salzkammergut gesprochen. Er meinte, es sei noch sehr früh in der Saison, um jetzt bereits ins Camp 2 zu gehen. Auf jeden Fall ist es der wärmste April seit 8 Jahren. Wie jeden Tag hört und sieht man die Lawinen rings um das B.C. runtergrollen.

Fotoshooting und Videodreh im B.C.

Am Freitag, den 17.04.2009 hat es etwas Neuschnee gegeben. Die Video-Kamera streikt schon wieder. Temperaturen unter Null Grad Celsius sind nichts für sie. Heute haben die Finnen das schöne Wetter genutzt, um sämtliche Sponsoren-Flaggen mit dem gesamten Team abzulichten. Ich habe mich angeschlossen und es ihnen gleich getan. Raul Mallorca und Gabriel aus Barcelona von der spanischen Expedition haben dann einige Video-Interviews erst bei den Finnen, dann bei mir und den Mädels gedreht.


Am Samstag, den 18.04.2009 habe ich trotz der Vorhersagen einer Wetterverschlechterung alles für meinen zweiten Aufstieg vorbereitet. Mit Gerhard Rößler aus Halle/Saale stammend und Ruth Uster aus der Schweiz habe ich etwas über die Expedition geschnackt. Dann bin ich mit Renata & Prim aus Slovenien sowie Christian & Stefan aus Österreich in die Bakery eingekehrt, um den besten jemals gegessenen Apfelstrudel zu geniessen.

Cerac-Schlag im Eisfall

Am Sonntag, den 19.04.2009 sollte es wieder 03:00 Uhr losgehen. Ich habe klassisch verschlafen. Bin kurz vor der Aufbruchzeit aufgewacht. Nachdem ich mich wieder abgeregt hatte, dass ich den Wecker nicht gehört habe, ging es los. Also, Kocher anschmeißen, frühstücken, packen und Aufbruch mit einer Stunde Verspätung 04:00 Uhr morgens. Im Gegensatz zum ersten Mal bin ich nun fast den gesamten Aufstieg allein unterwegs gewesen. Ab 05:00 Uhr war es dann schon wieder hell. Erstaunlich viele Leitern und Fixseil-Anker hat man seit dem letzten Aufstieg vor ein paar Tagen verlegen müssen. Immer wieder hört man im oberen Drittel des Eisfalls Ceracs abbrechen und lautstark runtergrollen. Vor mir sind schon seit einer Zeit zwei langsamere Sherpas. Wir kamen in den Bereich der Route, der sehr weit links herauf führend in den Auslaufbereich der Cerac-Abbrüche ging. Hier lagen schon unzählige kleinwagengroße Eisbrocken herum. Plötzlich gab es wieder einen dumpfen Schlag oben in der Westschulter - ein suchender Blick nach oben, eine Staubwolke war sichtbar. Es ging alles ziemlich schnell. Wir zuckten zusammen und dann kamen die "Autos" rechts und links an uns vorbeigeschossen. Deckung gab es hier keine.

Aus dem Schutz bietenden Bereich der großen Eisfall-Eistürme waren wir heraus und selbst wenn es Bäume zum verstecken gegeben hätte, wäre das keine Lösung gewesen. Es blieb nur die Hoffnung, nachdem ich mich hingeworfen hatte, riesiges Glück zu haben und nicht überrollt zu werden. Wir drei hatten riesiges Glück. Als der Staub sich gelegt hatte, befreite ich mich von eben diesem und den ganzen Eis-Bruchstücken. In dieser Situation machte sich bei mir sehr stark Ernüchterung breit. Was für eine Riesen-Scheiße dachte ich. Das kann doch nicht war sein. Erst einmal mussten wir hier schnellsten weg. Es war ja nicht mehr weit bis zum Camp 1. Bis dahin hatte ich mich wieder beruhigt. Die Jungs waren auch alle oben angekommen und lagen in ihrem Zelt. Dann hat mir Mikko von dem Cerac-Abbruch an eben jener Stelle berichtet, an der die zwei Sherpas und ich nur 45 Minuten später überfallen worden sind. Die Finnen haben aus einiger Entfernung beobachtet, wie ca. 60 Sherpas dem Eisschlag um Haaresbreite entgangen sind.
Da lag ich nun in meinem Zelt und habe gegrübelt, was ich machen soll. Da hast du alles für Camp 2 dabei, was ich am nächsten Morgen aufzubauen geplant hatte und nun ist alles anders. Nach diesen Aktionen war mir ganz einfach die Lust vergangen. Ich war fit. Ich war schnell. Hatte keine Akklimatisations-Erscheinungen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen), wie bei vorangegangenen Expeditionen. Meine Organisation und meine Ausrüstung stimmten aber mein Bauchgefühl und mein Kopf sagten, hier musst du jetzt weg. Wenn die Route nicht geändert wird, gibt es bald Opfer. Es war jetzt gegen 10:00 Uhr. Ich habe meinen Kocher angeschmissen und mir zwei Suppen gemacht und weiter gegrübelt. Meine Entscheidung war gefallen. Morgen früh werde ich absteigen und nach hause fahren.

Abstieg ins B.C.

Am Montag, den 20.04.2009 bin ich 07:45 Uhr vom Camp I aufgebrochen. Ich bin ohne Sitzgurt und ohne Steigeisen wie beim ersten Abstieg durch den Eisfall. Diesmal war sehr viel Traffic nach unten unterwegs. 11:00 Uhr habe ich ohne Zwischenfälle das B.C. erreicht. Ein Freund von Gaurav, dem Inder, hat mich Willkommen geheißen. Wir haben ein bisschen geredet. Den mitgebrachten Tetrapak Mango-Juice habe ich dankend angenommen. Derweil habe ich meine Sachen ausgepackt. Die Entscheidung war gefallen. Ich werde diese Expedition aus Sicherheitsgründen abbrechen. 13:55 Uhr bin ich nach Gorak Shep abgestiegen. 15:00 Uhr habe ich nach der Ankunft dort versucht, Mingmar in Kathmandu telefonisch zu erreichen. Die Verbindung war eine Katastrophe. Nach 4 Minuten war ich genau so schlau, wie vor dem Telefonat. Damit war klar, Axel organisiere deinen Abstieg allein.
In Gorak Shep habe ich Billi Bierling, eine deutsche Journalistin aus Garmisch-Partenkirchen, die seit fünf Jahren für Frau Hawley in Kathmandu arbeitet, getroffen. Billi war heute Morgen auf dem Lobuche Peak und wir sind beide zusammen ins B.C. zurückgegangen. Billi ist mit Russel Brice (ein guter Freund von Billi) in dessen Expedition am Berg. Sie will dieses Jahr den Everest ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff besteigen. Das muss sie Russel aber erst noch verklickern, der ja bekanntlich ein großer Verfechter der Verwendung von O2 ist. Für die Expedition konnte sie AGFA begeistern und hat sie als Sponsor (immerhin 9.000 €) gewinnen können. Bei einem Normalpreis von 38.000 €, die Russel seinen Kunden berechnet, verpufft diese Summe fast schon wieder.
Zurück im B.C. habe ich mich nach einem sehr angenehmen Gespräche von Dawa Stephen Sherpa (Asian Trekking) verabschiedet. Ich habe dann meinen finnischen Freunden die Entscheidung, Morgen das B.C. zu verlassen, mitgeteilt.



Ich habe dann deren Einladung zum Henkers-Frühstück am kommenden Morgen dankend angenommen. Bei den kroatischen Mädels war grad Videoabend, als ich vorbei kam. Dann bin ich zu Pasang in die Bakery. Dort gab es noch mal Chicken & Rice zum Dinner. Da kann ich nicht nein sagen. Dann haben wir noch meine Ausrüstung durchgeschaut. Pasang wollte die Solar-Paneele, mein 30 m Seil und eine RidgeRest-Matte. So fing der Ausverkauf der Ausrüstung an. Ich musste schließlich von den ca. 100 kg auf ca. 30 kg runter.

Am Dienstag, den 21.04.2009 bin ich 06:15 Uhr aufgewacht. Draußen stand Timo mit seinem Gepäck. Ich fragte ihn erstaunt, ob er nicht rauf ins Camp I wollte. Er meinte, dass es gegen Mitternacht einen riesigen Cerac-Abbruch im oberen Drittel des Eisfalles direkt in die Route gegeben hat. Der Eisfall sei nun erst mal unpassierbar und alle Bergsteiger hätten umdrehen müssen, von oben wie von unten kommend. Das heißt, die kroatischen Mädels dürfen noch mindestens eine Nacht oben bleiben. Nach dem Frühstück und einem Abschiedsfoto mit den Finnen, haben Pasang, zwei Träger und ich die restlichen Sachen gepackt. Ich habe Pasang mein Storage-Zelt und Unmengen an Spaghetti geschenkt, ehe wir 09:30 Uhr vom B.C. aufgebrochen sind. In Gorak Shep war gerade das welthöchstgelegene Cricket-Game zwischen dem Team Hillary und dem Team Tenzing im Gange. Nach einer guten Stunde und nun etwas schlauer bezüglich dieser sehr britischen Sportart sind wir weiter über Lobuche und den Tokla-Pass nach Dingboche, wo wir 16:00 Uhr bei sehr kaltem und ungemütlichem Wetter eintrafen. Die beiden Jungs haben noch eine Prinzenrolle mit auf den Weg nach Pangboche bekommen und sind nach einer Tasse Tee weiter. Ich habe mir jetzt erst
mal eine Chicken Soup und einen Teller Fried Noodles schmecken lassen. Den Abend haben Gilbert aus Holland (gerade seit einem Jahr auf Weltreise) und ich am Bollerofen verbracht.

Island Peak Teil II - High Camp

Am Mittwoch, den 22.04.2009 habe ich mich nach einem guten Frühstück 09:30 Uhr in Richtung Chhukung auf den Weg gemacht. Gilbert hat mich noch eine halbe Stunde begleitet. Dann ging es zügig zur Ama Dablam View Lodge zum Mittagessen (1:50 Std.), um dann trotz voller Ausrüstung nach weiteren zweieinhalb Stunden im Island Peak B.C. auf 5.100 m aufzuschlagen. Nach ca. 2 Stunden im Küchenzelt mit Mingma, einem Guide, bin ich frisch gestärkt weiter zum High Camp 5.400 m aufgestiegen (1 Std.). Unterwegs habe ich noch kurz mit Caro, einer Schweizerin, Dominik, einem Franzosen und dem Deutschen Erik, der heute Morgen auf dem Gipfel war, gesprochen. Nach dem Aufbau meines TNF 25 im High Camp habe ich bei den beiden Canadiern vorbei geschaut und bin dann für eine Stunde in deren Servicezelt bei Ging eingekehrt. Hier haben wir eine ganze Menge Spaß gehabt, ehe Pasang (zweifacher Gipfelerfolg am Everest) mich in sein Küchenzelt eingeladen hat. Dort hatten wir ebensoviel Spaß mit Tee und Rice & Veg. bis wir uns dann 21:00 Uhr zum Schlafen getrennt haben.

Island Peak Teil II - Gipfel

Am Donnerstag, den 23.04.2009 bin ich 02:20 Uhr aufgestanden, ehe es 03:10 Uhr vom High Camp losging. Wir sind nur sehr langsam vorangekommen. Sowohl die beiden Canadier als auch das indische Pärchen waren noch nicht warm gelaufen. Nach ca. einer Stunde sind Mingma, Rinji und Caro, die im B.C. gestartet waren, zu uns aufgeschlossen.

Nach einer weiteren Stunde haben wir Crampon Point erreicht. Dafür, dass ich mit den einfachen und leichten Leder-Meindl-Bergschuhen unterwegs war, habe ich das umständliche Anbringen der Steigeisen mit den Riemen gern in Kauf genommen. Kurz nach 05:00 Uhr wurde es hell. Nun konnte man ringsherum die fantastische Berglandschaft bestaunen und hat auch den doch sehr steilen Aufstiegsweg zurückverfolgen können. Nachdem Rinji im Vorstieg die Fixseile gelegt und bereits am oberen Grat angekommen war, sind die ersten Nachzügler unten auf dem Gletscher zu sehen gewesen. Nun kam auch mal mein neuer Jumar zum Einsatz und funktionierte bestens. 08:00 Uhr erreichte unsere Vierermannschaft als erste an diesem Tag den Gipfel des Island Peak 6.189 m. Trotz Sonnenschein war es gut kalt. Doch der Ausblick auf alle Gipfel ringsherum entschädigte uns. Lhotse und Makalu waren ebenso gut zu sehen, wie die schöne Ama Dablam.
Der anschließende Abstieg vom Grat, zur Sicherheit mit Achter am Seil, verlief problemlos. 11:00 Uhr erreichten wir das High Camp und nach kurzem Zeltabbau gab es 12:00 Uhr bei Mingma im Zelt im B.C. Kartoffeln mit Dipp. 12:50 Uhr bin ich dann um einige Gramm erleichtert in Richtung Chhukung abgestiegen. Mingma hat meine zweite RidgeRest-Matte, meine Steigeisen und meinen Klettergurt haben wollen. Nach 1:40 Std. bin ich in Chhukung eingelaufen und habe dort Pasang, die beiden Canadier und die Inder wieder getroffen. Die Canadier waren eine Stunde nach uns auf dem Gipfel, wogegen die Inder am Crampon Point umgegehrt sind. Schließlich bin ich noch die eine Stunde nach Dingboche in die Valley View Lodge abgestiegen. Geschafft! Nach 14 Tagen die erste Dusche. Ein super gutes Gefühl. Den Abend haben wir mit vielen netten Gesprächen in der Lodge ausklingen lassen.

Abstieg Dingboche – Namche Bazar

Am Freitag, den 24.04.2009 habe ich am Vormittag noch auf das Eintreffen von Pasang gewartet. Er wollte noch eines meiner Zelte haben. Allerdings sind wir nicht ins Geschäft gekommen. Die Zeit habe ich mit sehr sinnigen Gesprächen mit Karl Friesner aus Bamberg verbracht. In der Lodge bin ich mein zweites blaues Fass und ca. 15 kg an Ausrüstung losgeworden. 12:00 Uhr ging es dann an den Abstieg nach Namche Bazar, wo der Träger und ich dann gut fertig (ich hatte rund 15 kg selbst dabei) um 17:40 Uhr eintrafen. Am Abend habe ich einen der Outdoor-Ladenbesitzer mit in die Lodge geholt. Er hat dann für 195 € Ausrüstung gekauft. Damit war ich auf ein Gesamtgewicht meiner Ausrüstung von 29 kg runter gekommen. Nach einem kurzen, nun auch verständlichen Telefonat mit Mingmar in Kathmandu, habe ich avisiert, dass ich Übermorgen früh von Lukla zurückfliegen will.

Rückweg nach Lukla

Am Samstag, den 25.04.2009 bin ich nach Lukla abgestiegen. Gerade der Weg von Phakding nach Lukla zieht sich noch mal eine halbe Ewigkeit. Das Wetter war warm und trocken und so hatte ich auch noch einige gute Gelegenheiten, die Schönheit des Khumbu-Tals auf Video zu bannen.

Flug nach Kathmandu

Am Montag, den 26.04.2009 ging es morgens mit der zweiten Agni Air-Maschine zurück nach Kathmandu. Nach drei Schleifen über Kathmandu (Smog) sind wir dann sicher gelandet. Mingmar hat mich persönlich abgeholt und ins Hotel Thamel gebracht. Nach der Umbuchung meines Rückfluges hatte ich nun noch zwei Tage, um so sehenswerte Stätten wie den Swayambunat Tempel oder Durbar Square zu sehen. Die meiste Zeit habe ich im Trubel von Thamel verbracht.

Heimreise

Am Dienstag, den 28.04.2009 ging mein Flieger 19:00 Uhr nach Bahrain, um am Mittwoch den 29.04.2009 um 06:20 Uhr in Frankfurt/Main zu landen.

Nachsatz

Ich kann heute rückblickend sagen, dass ich eine unbezahlbare Zeit von fünf Wochen in einer der landschaftlich schönsten Gegenden dieser Erde verbracht habe. Die Liebenswürdigkeit und v.a. die Menschlichkeit der dort lebenden Sherpa-Bevölkerung bleibt unvergessen. Auch wenn das Ziel, den Gipfel des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne die Hilfe von Höhen-Sherpas zu besteigen, nicht erreicht worden ist, bin ich der festen Überzeugung, dass ein neuerlicher Versuch auch als Solo-Expedition in den kommenden Jahren zum Erfolg führen kann.